

10.04.2026 | Kunst und Kultur
Ilna Wunderwald – Malerin und schillernde Jugendstil-Künstlerin
Das Projekt Frauenorte NRW hat zum Ziel, bedeutende weibliche Persönlichkeiten aus der Landesgeschichte sichtbarer zu machen und ihre Errungenschaften ins kollektive Bewusstsein zu rücken. Die Vielfalt ihrer Lebensläufe und Leistungen kann gerade jungen Menschen als Vorbild dienen und ihnen für ihren eigenen Werdegang Impulse geben. Durch die Einrichtung eines FrauenOrtes entsteht zudem ein Raum, den die heutige Gesellschaft über die Würdigung der Frauen hinaus mitgestalten kann.
Jeden Monat werden wir eine Frau vorstellen, die maßgeblich die Geschichte Nordrhein-Westfalens, seine geistige und gesitliche, wirtschaftliche und wissenschaftliche, künstlerische und kulturelle Entwicklung geprägt hat.
Die Frauen Orte NRW erinnern im öffentlichen Raum an genau diese Frauen. FrauenOrte NRW ist ein Projekt des FrauenRat NRW e.V.. Ziel des Vereins ist die Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter in allen gesellschaftlichen Bereichen.
Ilna Wunderwald
„Ich habe mich geschütteöt, habe mir selbst bewiesen, dass in mir ein heisses Leben pulsiert – habe die drückende passive Opposition abgeworfen.“
Ilna Ewers-Wunderwald gehört zu den schillerndsten Frauenpersönlichkeiten des deutschen Jugendstils. Lange Zeit in Vergessenheit geraten, wird Ilna seit 2019 von der Kunstgeschichte zunehmend wiederentdeckt. Neben Einzelausstellungen in Berlin und Oldenburg wurde sie 2022 vom Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf als „Rebellin des Jugendstils“ gefeiert.
Karoline Elisabeth Wunderwald wurde 1875 als Tochter eines Dekorationsmalers und Fahnenherstellers in Düsseldorf geboren. Früh fand das Universalgenie Zugang zur literarischen und künstlerischen Elite der Großstadt am Rhein. Als Mitglied des Kunstvereins „Malkasten“ war sie am künstlerischen Puls der Zeit, verkehrte mit den wichtigsten Vertretern der Düsseldorfer Kunst- und Literaturszene und umgab sich mit Paradiesvögeln.
So lernte sie hier auch den erfolgreichen und oft skandalumwitterten Schriftsteller Hanns Heinz Ewers (1871–1943) kennen, für den sie Buchumschläge und Illustrationen entwarf. Nach ihrer Hochzeit nannte sie sich Ilna Ewers-Wunderwald, tourte gemeinsam mit ihrem Mann für das Kabarett Überbrettl durch Europa und bereiste mit ihm die Welt. Damit entdeckte sie eine Leidenschaft, der sie auch nach ihrer Scheidung 1912 „nachging“ – buchstäblich, indem sie sich in den 1930er-Jahren zu Fuß zu einer siebenjährigen Weltreise aufmachte.