02.07.2026 |

Exkursion in den Tagebau Garzweiler

So wie die Steinkohle das Ruhrgebiet geprägt hat, haben die Braunkohlentagebaue die Landschaft zwischen Köln und Aachen über Jahrzehnte hinweg nachhaltig verändert. Schon bald wird diese Epoche Geschichte sein. Künftige Generationen werden sich kaum noch vorstellen können, wie die Region einst aussah. Statt riesiger Gruben werden Seen entstehen, neue Wälder wachsen und attraktive Erholungslandschaften das Bild prägen. Dann wird kaum noch etwas an den einstigen Tagebau erinnern. Bis dahin ist jedoch noch viel Arbeit zu leisten.

Die Liberalen Frauen NRW wollten daher – in Abstimmung mit dem Bezirksverband der Liberalen Frauen Aachen – den Tagebau Garzweiler in seiner heutigen Form noch einmal erleben, bevor auch dieser letzte aktive Tagebau für Besucherinnen und Besucher geschlossen wird.

Am 19. Juni 2026 erhielten wir zunächst eine anschauliche Einführung anhand eines Modells, das die Entwicklung des Tagebaus von seinen Anfängen bis zur heutigen Situation eindrucksvoll darstellte. Anschließend begann eine zweistündige Rundfahrt durch den Tagebau sowie durch bereits renaturierte Flächen.

Aus nächster Nähe konnten wir die gewaltigen Schaufelradbagger, kilometerlange Förderbänder für Kohle und Abraum, zentrale Sammelstellen sowie die Umrisse des künftigen Sees betrachten. Gleichzeitig wurde deutlich, wie viele Arbeitsschritte bis zur endgültigen Gestaltung der neuen Landschaft noch erforderlich sind. Vom Skywalk aus bot sich ein beeindruckender Blick auf die gesamte Dimension des Tagebaus.

Besonders beeindruckt hat uns der Schaufelradbagger 288 aus dem Jahr 1978, der derzeit umfassend instand gesetzt wird. Mit einem Gewicht von 13.500 Tonnen zählt er zu den größten beweglichen Arbeitsmaschinen der Welt. Für seinen neuen Anstrich werden rund 40 Tonnen Farbe benötigt. Seine Förderleistung beträgt täglich bis zu 240.000 Tonnen Material – eine Zahl, die die gewaltigen Dimensionen des Braunkohletagebaus eindrucksvoll verdeutlicht.

Unsere nächste Exkursion wird uns in die Renaturierungsgebiete von RWE führen. Dort werden wir sehen, dass entgegen vieler Befürchtungen keine trostlosen Landschaften zurückbleiben, sondern vielfältige Grünflächen, neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere sowie attraktive Naherholungsgebiete entstehen.

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