11.06.2026 |

Frieda Nadig – eine der vier Mütter des Grundgesetzes

Das Projekt Frauenorte NRW hat zum Ziel, bedeutende weibliche Persönlichkeiten aus der Landesgeschichte sichtbarer zu machen und ihre Errungenschaften ins kollektive Bewusstsein zu rücken. Die Vielfalt ihrer Lebensläufe und Leistungen kann gerade jungen Menschen als Vorbild dienen und ihnen für ihren eigenen Werdegang Impulse geben. Durch die Einrichtung eines FrauenOrtes entsteht zudem ein Raum, den die heutige Gesellschaft über die Würdigung der Frauen hinaus mitgestalten kann.

Jeden Monat werden wir eine Frau vorstellen, die maßgeblich die Geschichte Nordrhein-Westfalens, seine geistige und gesitliche, wirtschaftliche und wissenschaftliche, künstlerische und kulturelle Entwicklung geprägt hat.

Die Frauen Orte NRW erinnern im öffentlichen Raum an genau diese Frauen. FrauenOrte NRW ist ein Projekt des FrauenRat NRW e.V.. Ziel des Vereins ist die Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter in allen gesellschaftlichen Bereichen.

Frieda Nadig

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ siehe Artikel 3 des Grundgesetzes

Friederike „Frieda“ Nadig ist eine von vier Frauen, die gemeinsam mit 61 Männern im Parlamentarischen Rat 1948/49 das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland erarbeiteten. Als eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“ ist es besonders ihrem unermüdlichen Einsatz zu verdanken, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau in Artikel 3 festgeschrieben wurde.

Schon in jungen Jahren war Frieda Nadig in der Arbeiterjugendbewegung in Herford aktiv. Später arbeitete sie als Jugendfürsorgerin in Bielefeld und war als SPD-Abgeordnete im Westfälischen Provinziallandtag tätig. Unter dem NS-Regime wurde sie 1933 aus dem öffentlichen Dienst entlassen. 1936 fand sie allerdings eine Möglichkeit, sich in Ahrweiler weiterzubilden und als Gesundheitspflegerin zu arbeiten.

Nach Kriegsende baute sie als Bezirkssekretärin die Arbeiterwohlfahrt im Bezirk Östliches Westfalen erfolgreich wieder auf. Daneben wurde sie erneut politisch aktiv und kämpfte auf Landes- wie Bundesebene für die Gleichstellung der Frau, Rechte von Kindern und Familien sowie soziale Gerechtigkeit.

 

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